Güllefliegen gegen Stallfliegen

Güllefliegen

Die Larven der Güllefliege nutzen zwar grundsätzlich das gleiche Nahrungsangebot wie Stubenfliegen, decken ihren Eiweißbedarf aber zusätzlich mit Stubenfliegenlarven ab. Bis zu 20 Stubenfliegenlarven können von einer Güllefliegenlarve ausgesaugt werden. Die adulte Güllefliege ist äußerst flugträge und ortstreu. Sie bevorzugt dunkle, warme und feuchte Stellen, wie sie auf der Gülleschwimmschicht im Unterflurbereich von Schweineställen und in der Legehennenhaltung mit Schwemmmist vorhanden sind. Im Gegensatz zur Stallfliege wird die Güllefliege weder von Mensch noch Tier als lästig empfunden, da sie den Unterflurbereich in der Regel nicht verlässt. Für eine Ansiedlung besonders geeignet sind Aufstallungssysteme mit Teil- oder Vollspaltenboden und Güllekeller, Schwerkraft- und Staukanalentmistung, in denen sich auch bevorzugt Stubenfliegenlarven entwickeln.

Für die Ansiedlung der Güllefliegen werden 5 Freilassungen in 1 bis 2-wöchigen Zeitintervallen vorgenommen. Die Nützlingsbrut wird in Versandröhren geliefert, die mit einem Hängedraht im Stall an warmen und zugfreien Stellen im oder so nah wie möglich am Unterflurbereich aufgehängt werden. Aus den Puparien schlüpfen nach kurzer Zeit die Güllefliegen und suchen sich selbstständig ihre neuen Brutplätze.

Werden in der Anfangsphase einer Ansiedlung die Güllekanäle zeitlich versetzt entleert, so ist gewährleistet, dass sich die Nützlinge dauerhaft im Stallbereich ansiedeln können. Dies gilt auch für den Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Je nach stallspezifischen Gegebenheiten dauert es ca. 8-12 Wochen, bis sich ein Gleichgewicht zwischen Stuben- und Güllefliege einstellt. Die Güllefliege ist damit dauerhaft angesiedelt, wobei eine jährliche Auffrischungsmaßnahme im Frühjahr (einmalige Freilassung) empfehlenswert ist.

Güllefliegen gegen Stallfliegen Bestellen
  1. Vor der Ansiedlung
  • Letzter Einsatz von Endo- und Ektoparasitenmitteln (z. B. Mittel zur Räudebehandlung oder Entwurmung) sowie von Alzogur vor mindestens 3 Monaten.
  1. Während der Ansiedlungsphase
  • Auf den Einsatz von Endo- und Ektoparasitenmitteln und Alzogur unbedingt verzichten.
  • Auf die Desinfektion nach der Reinigung möglichst verzichten.
  • Gülle immer erst nach Reinigung/Desinfektion ablassen, falls möglich nicht oder nur teilweise ablassen, so dass eine Schwimmschicht erhalten bleibt.
  1. Ab einem halben Jahr nach Beginn der Ansiedlung

Reinigung und Desinfektion

  • Gülle erst nach Reinigung/Desinfektion ablassen.
  • Reinigung: möglichst wenig Wasser benutzen (sonst verflüssigt die Gülle zu sehr).
  • Desinfektion: möglichst keine chlor- und formaldehydhaltigen Mittel einsetzen; alle anderen Produkte sind einsetzbar, möglichst sparsam anwenden
  • Kein Alzogur (Wirkstoff Cyanamid) oder andere Produkte in der Gülle einsetzen

Endo- und Ektoparasitenmittel

  • Ablassen der Gülle vor dem Einsatz von Endo-und Ektoparasitenmitteln vermeiden.
  • Wenn möglich, Tiere nicht unbedingt in der Stallfliegen-Hochsaison behandeln.
  • Auf Mittel mit folgenden Wirkstoffen verzichten: Ivermectin, Doramectin, Cyhalothrin (CH), Diazinon/Dimpylat (A, CH), Phoxim

Tipp: Bei Bedarf die Güllefliegen-Population mit einer Lieferung für die gesamte Stallfläche nach Ablauf der Wirkungsdauer der eingesetzten Mittel oder nach erfolgter Desinfektion auffrischen. Die Ansiedlung kann das ganze Jahr über erfolgen. Ideal ist ein Zeitpunkt, wo der Stallfliegendruck eher niedrig ist. Temperatur im Stall > als 18° Celsius.

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